SCHAMANISMUS UND NACHHALTIGKEITstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Lüneburg 1999 2. Die Bedürfnisse des Menschen und ihre BefriedigungJedes Lebewesen verspürt bestimmte Bedürfnisse, das heißt, es nimmt Mangelzustände wahr, die es beseitigen will (Befriedigung der Bedürfnisse). Versucht man, die wichtigen, den Erhalt des eigenen Lebens betreffenden Bedürfnisse zu klassifizieren, so wird deutlich, daß einige Bedürfnisse körperliche, andere geistige Mangelzustände aufzeigen. Eine Unterteilung in physische und psychische Bedürfnisse bietet sich also an, auch wenn die Grenzen nicht immer scharf zu ziehen sind. Besonders der große Bereich von Liebe, Sexualität und Fortpflanzung läßt sich nicht eindeutig zuordnen, er wird in diesem Kapitel daher zwischen den physischen und psychischen Bedürfnissen abgehandelt. In dem Kapitel werden nicht nur die Bedürfnisse aufgezählt und beschrieben, sondern es werden auch die Möglichkeiten ihrer Befriedigung in der westlichen Gesellschaft und die damit zusammenhängenden Probleme diskutiert. 2.1 Die physischen Bedürfnisse2.1.1 Nahrung und SchutzHier geht es um die Mangelzustände, die ein Lebewesen körperlich verspürt: Als Reaktion auf den Hunger wird ein Tier Nahrung suchen, bei unangenehmer Witterung wird es sich schützen (z. B. in einem Versteck), bei der Begegnung mit Freßfeinden ebenfalls, wenn seine Chance nicht im Kampf liegt. Schutz und Nahrung sind die Bedürfnisse, die dem Erhalt der körperlichen Integrität eines Individuums dienen. Weitere Bedürfnisse, die den Körper betreffen, lassen sich auf diese beiden Grundbedürfnisse zurückführen. Nahrung und Schutz sind also die physischen Grundbedürfnisse, die selbstverständlich auch der Mensch verspürt. Die Frage nach dem »Warum« muß beantwortet werden mit »Leben«: ein Lebewesen könnte sich nicht erhalten, würde es diese Mangelerscheinungen nicht wahrnehmen. Dieser Selbsterhaltungstrieb ist auch dem Menschen immanent genauso wie z. B. der Atmungsreflex, ohne den der Mensch ebenfalls nicht leben könnte. Angenommen, es gäbe mehrere Möglichkeiten, diese und auch alle anderen, später erläuterten Bedürfnisse zu befriedigen, so muß die Möglichkeit gewählt werden, die der jeweiligen Art nicht die natürlichen Lebensgrundlagen entzieht, sondern bestrebt ist, diese zu erhalten. Diese Ökostabilität ist Bedingung für das Überleben der Art (Kapitel 1). Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, so könnten zwar einige Individuen eine zeitlang überleben, früher oder später muß es aber zum Aussterben der Art (oder dem Ausweichen auf andere Lebensräume, falls möglich) kommen. Der Mensch nimmt aufgrund seiner Fähigkeit, seine Umwelt zu gestalten und neue Formen des sozialen Zusammenlebens zu entwickeln, unter allen Lebewesen eine Sonderstellung ein. Er hat tatsächlich mehrere Möglichkeiten, seine Bedürfnisse zu befriedigen. Dabei gibt die von einer menschlichen Population gewählte oder tradierte Gesellschaftsform mit ihren Regeln und Ritualen den Rahmen für die Befriedigung der Bedürfnisse vor und auch, in welcher Weise die Umwelt für diese und andere Zwecke verändert werden darf oder soll. Quellen:Glossar:[ Ökostabilität ] zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2003 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |