SCHAMANISMUS UND NACHHALTIGKEITstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Lüneburg 1999 5.4 Stanislav Grofs Begegnung mit dem Tod: LSD in der MedizinWie schon angedeutet, entspringt der Einsatz von LSD allein der westlichen Kultur. Dies ganz besonders, da LSD in der Natur nach bisherigem Stand der Forschung nicht vorkommt: Das d-Lysergsäurediethylamid (LSD-25) ist erstmals 1938 von Albert Hofmann aus Lysergsäure, einem Alkaloid des Mutterkorns synthetisiert worden. [ 32 ] Bei dieser »Naturstoffchemie«, einer Projektreihe des Sandozkonzerns, ist unter anderem die Entwicklung von Arzneimitteln zur Geburtserleichterung oder Behandlung von Migräne ein Ziel gewesen. Nachdem Hofmann festgestellt hat, daß die Substanz offensichtlich psychoaktiv ist, führt er seit 1943 Selbstversuche durch. LSD ist schnell zum Gegenstand medizinischer Forschung geworden, noch lange, bevor die Gegenkultur der sechziger Jahre die Droge entdeckt hat. Schon früh kreuzen sich die Wege der Mediziner und der Ethnologen, die von ihren Forschungsreisen andere bewußtseinserweiternde Substanzen mitbringen (Hofmann isoliert und synthetisiert auch Psilocin und Psilocybin). Einer der Ärzte, die auch nach dem Verbot von LSD in vielen Ländern intensiv in dem Bereich forschen, ist Stanislav Grof. Er beschreibt seine Ergebnisse in mehreren Büchern, in denen auch der Vergleich mit anderen Kulturen und die allgemeine Wirkung von LSD und anderen Substanzen auf die Psyche nicht zu kurz kommen. Ähnliche Erfahrungen werden auch mit Psilocybin gemacht, das vor allem in Europa eingesetzt wird. Psilocybin hat im Vergleich zu LSD eine schonendere und kürzere Wirkung und konfrontiert den Patienten weniger heftig mit traumatischen Erlebnissen. Quellen:Fußnoten:[32] Lediglich d-Lysergsäureamid (LSA) kommt in einigen Pflanzen vor, z. B. in Trichterwinde (Ipomea tricolor). zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2003 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |