SCHAMANISMUS UND NACHHALTIGKEITstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Lüneburg 1999 6.2 Ökologisch relevante Gesichtspunkte einer geistigen SchulungEs ist in der Arbeit gezeigt worden, daß menschliche Gesellschaften durchaus in der Lage sind, sich in ihre natürliche Umgebung einzupassen. Die gewählten Beispiele machen deutlich, wie eng Umweltbewußtsein, Umwelthandeln und die Befriedigung psychischer Bedürfnisse in den jeweiligen Kulturen verknüpft sind. Außerordentlich komplexe Weltbilder und viel mehr Möglichkeiten zur (positiven) Umweltbeeinflussung im Vergleich zum System westlicher Naturwissenschaften tragen dazu bei, daß Mensch und Natur ein im Gegensatz zur westlichen Welt geradezu partnerschaftliches Verhältnis eingehen. Hier kann und sollte die Umweltbildung bzw. Umwelterziehung lernen, zumal auf bereits erbrachten menschlichen Leistungen aufgebaut werden kann. Im Zuge einer geistigen Schulung wird auch Umweltbildung betrieben und zum Umwelthandeln erzogen. Innerhalb ganzheitlicher Konzepte einer nachhaltigen Gesellschaft kann die Umweltbildung nicht allein für sich stehenbleiben, sondern immer nur ein Teilaspekt einer umfassenden Erziehung oder gleich der geistigen Schulung sein. Es kann also nicht den Umwelterzieher/-bilder geben, sondern eher den Lehrer, vergleichbar der Rolle eines Schamanen: Ein »Umwelterzieher« muß, wenn er Erfolg haben will, [ 43 ] ein ähnlich umfassendes Konzept, wie es der Schamanismus darstellt, entwickeln, er muß nämlich gleichzeitig auch Sozialerzieher und Wirtschafts»weiser« sein, kompetenter Planer und Menschenkenner, nur auf ärztliche und künstlerische Funktionen kann er z. T. verzichten. Als Teil einer geistigen Schulung wird Umweltbildung nicht nur rationales Umweltwissen vermitteln, sondern dazu beitragen, aus spiritueller Einsicht heraus das erworbene Wissen umzusetzen. Eine Zielvorgabe formulieren Meadows et al.: »Wie wäre es, wenn die Menschen nicht nur mit zwei Kindern zufrieden wären, sondern auch mit einem geringeren Industrieoutput, mit einem bescheidenen, aber doch ausreichendem materiellen Lebensstandard? Wenn der erreicht ist, wenden sie sich anderen, nicht-materiellen Lebenszielen zu. Auch dies ist ein hypothetischer Wandel der Informationsstruktur, der nichts zu tun hat mit materiellen Dingen, sondern sich in den Köpfen der Menschen abspielen würde und sehr umfassend zu sein hätte. Denn er müßte bedeuten, daß die Menschen ihren Status im Gesamtsystem umbewerten und sich andere Lebensziele setzen als ein immer umfassenderes Produzieren und die zunehmende Anhäufung materiellen Reichtums.« Eine geistige Schulung muß also genau zu diesem »Wandel der Informationsstruktur« beitragen. Die Ergebnisse der LSD-Forschung zeigen, daß das über Bewußtseinsveränderung auch in der westlichen Welt möglich ist: Den Patienten wird klar, wie überflüssig materialistisches Streben ist (Kapitel 5.4). Auf folgende Probleme wird eine geistige Schulung ihr Augenmerk neben der Vermittlung rationalen Umweltwissens legen müssen:
Quellen:Glossar:[ Nachhaltigkeit ] [ Schamanismus ] Fußnoten:[43] Als Ziel sei die Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft unterstellt, oder zumindest ein Beitrag dazu. zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2003 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |