SCHAMANISMUS UND NACHHALTIGKEITstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Lüneburg 1999 6.3.1 Akzeptanz des Wissens der naturnahen VölkerDie Akzeptanz der naturnahen Wissenschaft kann nur dann erreicht werden, wenn viele einzelne Wissenschaftler sich mit ihnen beschäftigen und sie akzeptieren, dann wird sich die Erkenntnis, daß die rationalen Naturwissenschaften nicht der Weisheit letzter Schluß sind, auch auf breiter Basis und v. a. bei Entscheidungsträgern und Meinungsmachern durchsetzen. Das bedeutet, daß möglichst viele Wissenschaftler während ihrer Ausbildung eine Schulung durchlaufen, wie Kalweit (1984) sie zunächst für Ethnologen vorschlägt. Auch Umwelterziehern als künftigen Meinungsmachern oder Multiplikatoren käme so eine Schulung zugute, die sich sicher relativ einfach in einen interdisziplinären Studiengang integrieren ließe. Kalweit macht die Probleme bei der Erforschung des Schamanismus durch die oft ablehnende und arrogante Haltung der westlichen Wissenschaft deutlich und formuliert Vorschläge, wie Ethnologen diese Haltung auf dem Weg zu einer »transkulturellen Wissenschaft« überwinden könnten. Nach KALWEIT steht an erster Stelle die reine Außenbeobachtung und objektive Verhaltensbeschreibung. Es muß angemerkt werden, daß von Reisen zu den letzten Schamanen, zu den letzten verbliebenen naturnahen Völkern abzuraten ist. Zuviele Kulturen sind durch die den interessierten und wohlbegründeten Forschungsreisen folgenden touristischen Wellen gefährdet oder gar zerstört worden, z. B. die Ayahuasca-Kultur in Amazonien oder die Psilocybin-Kultur in Mexiko. So bleibt die Möglichkeit, ein Buch- und Filmstudium zu betreiben und möglichst verschiedene Positionen kennenzulernen, um die zweite Stufe zu erreichen: Sympathie und Empathie für die schamanische Kultur, also auch das Mitfühlen und Empfinden, und das Bemühen, dergleichen in Worte zu fassen. Ist diese Stufe persönlicher Anteilnahme erreicht und werden die schamanischen Konzepte ernstgenommen, so sollten ausgewählte Techniken selbst erprobt werden. Viele Wissenschaftler haben diesen Schritt unternommen und sind schließlich sogar ein Schülerverhältnis zu Schamanen eingegangen, um so die forscherische Neugierde durch Selbsterfahrung, »aktives Reflektieren«, zu befriedigen. Inzwischen gibt es in der westlichen Zivilisation Menschen, die sich mit diesen Thematiken bereits in der geforderten Weise auseinandergesetzt haben und von denen zu lernen ist, wie Bewußtseinserweiterung erreicht und wie mit den Zuständen umgegangen werden kann. Hat der einzelne erkannt, daß hinter seinen Erlebnissen Wahrheit und Nutzen stecken, so muß er selbstverständlich durch Weiterverbreitung seines Wissens zur allgemeinen Akzeptanz beitragen. Quellen:[ Kalweit 1984 ] Glossar:zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2003 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |