SCHAMANISMUS UND NACHHALTIGKEITstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Lüneburg 1999 6.3.3 Mögliche Schulungswege in der westlichen GesellschaftEs ist keine utopische Forderung mehr, daß sich Wissenschaftler konstruktiv mit dem Phänomen Schamanismus auseinandersetzen, im Gegenteil, es ist schon seit der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts Praxis, aber die Forschungsergebnisse sind noch nicht soweit bekannt und anerkannt, daß dieses Wissen bei Entscheidungsprozessen eine nennenswerte Rolle spielt. Wenn im Rahmen der Nachhaltigkeitsdiskussion an dieser Stelle die Etablierung einer geistigen Schulung gefordert wird, dann ist das zunächst eine bloße Utopie. Überhaupt ist die Vorstellung einer ökostabilen, friedlichen menschlichen Weltgesellschaft zur Zeit noch eine Utopie. Die erforderlichen Veränderungen zur Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft haben noch nicht wirklich begonnen, auch wenn sich einzelne Menschen damit intensiv auseinandersetzen. Auf nationaler und internationaler Ebene haben materialistische Interessen immer noch Vorrang. So gesehen sind die abschließenden Schilderungen als Ausblick auf das, was sein müßte und sein könnte, zu verstehen. Die Grundbedingungen einer geistigen Schulung für die westliche Welt sind schon geschildert worden. Eine Schulung sollte sicher mit der sachlichen, theoretischen Auseinandersetzung beginnen und jeder, der einen solchen Weg beschreitet, wird selbst entscheiden können, ob er über seine Religion, Meditation oder dem Vertrauen auf Drogen Bewußtseinserweiterung erreichen will. – Ein Christ wird sich mit den Lehren der großen Mystiker des Christentums auseinandersetzen, der eher rational geprägte Mensch wird vielleicht versuchen, seelische Wahrnehmungsorgane nach dem Weg Steiners zu trainieren, und einige mögen auch pantheistisch eingestellt sein und schamanische Erlebnisse haben. Vielleicht kommt es auch zu einem (Wieder-)Aufleben pflanzengeprägter Rituale, Angehörige des Pilzkultes befürworten dies ausdrücklich (Haseneier 1992). Welcher Weg auch immer beschritten wird, eine intensive geistige Auseinandersetzung im Vorfeld ist unerläßlich. Schrittweise wird der Schüler in das Wissen eingeweiht; die Schulung könnte durch bestimmte Initiationsriten begleitet werden, die dem Schüler Halt und vor allem Orientierung auf seinem Weg bieten. Wie eine solche Schulung konkret aussehen kann, müßten die einschlägig Erfahrenen ausarbeiten und dieses dann auch der breiten Masse anbieten. Ein aus ökologischer Sicht interessantes Detail fällt dabei noch auf: Bei Grof kommt es vor, daß die Abkehr vom Materialismus ein Folge von Tranceerlebnissen ist, Thoreau benutzt die materielle Armut, um seinen Geist zu erhöhen – vielleicht wird ja Verzicht schon ein Teil der Schulung sein, und die Trance oder Ekstase die Belohnung dafür. Mit solchen Aspekten müßten sich Wegbereiter einer geistigen Schulung auseinandersetzen. Quellen:[ Haseneier 1992 ] Glossar:[ Materialismus ] [ Nachhaltigkeit ] [ Ökostabilität ] [ Schamanismus ] zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2003 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |