ZUM NATURVERSTÄNDNIS DER SAMIstartseite | impressum | inhaltsverzeichnis Hanjo Schlüter, Jokkmokk 1999 Einleitung und MethodeDie samische Kultur wird Gegenstand dieser Fallstudie sein, um die Kritik an der eigenen Magisterarbeit konsequent umzusetzen. Ziel ist es festzustellen, wie das schamanische Weltbild in Religion und Wissenschaft das Naturverständnis und den Umgang der Sami mit der Natur und ihre Form der Wissenschaft »Ökologie« geprägt hat. Ich betrachte Schamanismus dabei als Wissenschaftsbild, in dem Sinne, dass in einer Wissenschaft Wissen geschaffen wird, das der Kultur dienlich ist. Die Kriterien der westlichen Naturwissenschaft kann man hier jedoch nicht anlegen, da schamanischer Wissenschaft ein ganz anderes, eben ein schamanisches Weltbild zugrunde liegt. Objektive Forschung ist gerade weltbildübergreifend nicht möglich, mein eigenes Weltbild ist darüberhinaus weder rational-naturwissenschaftlich noch streng schamanisch. Außerdem empfinde ich, seit ich mich mit samischer Kultur beschäftige (1995), eine tiefe Sympathie für dieses Vok, das traditionell friedliebend mit den Menschen und schonend mit der Natur umgeht. Ich werde also versuchen, das schamanische und das naturwissenschaftliche Weltbild als gleichrangig und innerhalb ihrer Kultur als funktionierend, das heißt, Wissen schaffend und in der Anwendung bestätigend, zu betrachten, um die Schilderungen so neutral, wie es mir eben möglich ist, zu halten. Meine übergeordnete Forderung, dass sich die westliche Gesellschaft endlich zur Nachhaltigkeit und Ökostabilität umstrukturieren müsse (vgl. Magisterarbeit), bleibt davon unberührt. Zu diesem Vorhaben beizutragen, ist Ziel meines ganzen Schaffens und Forschens, und wo immer möglich, sollten die Ergebnisse einer Betrachtung auf der Basis verschiedener Weltbilder standhalten. [1] Nachdem die für eine solche Arbeit notwendige Befindlichkeit des Verfassers grob umrissen ist, muss auf die verwendeten Methoden genauer eingegangen werden. Das große Problem ist, dass Schamanismus in der gegenwärtigen samischen Kultur nicht existiert oder wenn, dann nur heimlich und mir nicht zugänglich. Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Umgehung dieses Problems an.
Erst wenn Kontakte intensiviert werden können und ich mindestens schwedisch spreche, werde ich auch mit Sami direkt diskutieren können und die Ergebnisse veröffentlichen. zum Weiterlesen:[ Schamanismus und Nachhaltigkeit. ] Magisterarbeit zur Ökologie schamanischer Kulturen. Fußnoten:1. Ob man Naturwissenschaft und schamanisches Weltbild gleichrangig behandeln kann, mag man sich fragen. In ihrer unausgesprochenen Zielsetzung sind sie sich durchaus ähnlich: Beide erklären die Welt, jedes auf seine Weise, beide schaffen Wissen zum Nutzen ihrer Kultur (s.u.). Insofern beide also die Welt abbilden, bezeichne ich sie als Weltbilder. Der Unterschied freilich ist, dass Schamanismus direkt die Religion und die Normsetzung beeinflußt. Im Gegensatz zu den Naturwissenschaften ergeben sich direkte Handlungsanweisungen, was schon ein wesentlicher Grund für das Verhalten schamanisch geprägter Kulturen ist. Wissenschaftskritk: Ich bin der Auffassung, das Wissen schaffen um des Wissens willen unnütz ist. Die Aufgabe von Wissenschaft muss sein, ihrer Kultur anwendbares, nützliches Wissen bereitzustellen, also gerade Handlungsanweisungen zu geben, die auch befolgt werden, oder das Leben vereinfachende Technologien bereitzustellen, wobei Wissenschaft selbstverständlich vor der Bereitstellung über Schaden und Nutzen der Technologie nachdenkt. Insofern muss die westliche Naturwissenschaft einer umfangreichen Kritik unterworfen werden. Obwohl sicher eine Wurzel eventuellen Übels im massiven Einfluss derer liegt, die eigene ökonomische Interessen verfolgen. zurück | inhaltsverzeichnis | weiter erstellt 2004 (c) hanjo schlüter | startseite | impressum |