ZUM NATURVERSTÄNDNIS DER SAMI

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Hanjo Schlüter, Jokkmokk 1999

Das gegenwärtige Naturverständnis der Sami

»New attitudes and perspectives of nature are needed for an alternative concept of sustainability to be ecologically compatible with the natural environment. In searching for new concepts and approaches to nature perhaps we should turn to cultures that have sucessfully lived with the earth, by maintaining a reciprocal and balanced relationship between themselves, nature and other living creatures.
(… ) Secondly, the purpose is to discuss how such attitudes and concepts of the natural environment can add insight into the discussion of western notions of sustainability.«
Rochon 1993: 3

Die Ergebnisse der Studie, das gegenwärtige Naturverständnis der Sami betreffend [1]

»Samen hüten ihre Kultur wie einen Goldschatz, geben sie Fremden nicht preis und versuchen, Schnüffler mit falschen Angaben hinters Licht zu führen.«
Lihtonen in Schwaar 1994: 19

»Ich plane nicht, ich gehe, wenn ich muß, und nehme, wenn meine Bedürfnisse es verlangen. Die Natur bietet an und gibt; die Leute aus dem Süden jedoch verbieten und nehmen.«
Syväjärvi in Schwaar 1994: 30.

Nils-Aslak Valkeapää: Meinung eines Sami

»Ich wohne in meinem Haus an dem Platz, wo sie [meine Vorfahren] früher gelebt haben. Diese Vergangenheit ist nicht einmal so kurz, denn man kann nachweisen, daß meine Vorfahren wirklich schon vor 10.000 Jahren diesen steinigen Boden genutzt haben, die Völker, aus denen mein Volk stammt, und das man heute die Samen nennt. Aber auch in diesem langen Zeitabschnitt geschah dieses Nutzen so unmerkbar, daß heute kaum Spuren zu sehen sind. Das zeigt, daß die Menschen im Einklang mit der Natur lebten. Sie haben sich nie als Herren der Natur betrachtet – sie haben es nicht für notwendig erachtet, bleibende Denkmäler, Pyramiden und Befestigungen zu errichten. Hier galt nicht, der Größte und Schönste zu sein, mehr und am meisten zu bekommen. (…)
Für die Samen indessen bedeutet das Land die Mutter, der Ursprung des Daseins. Wir genießen es. Wir bewandern es. Hier, dieses karge, steinige Land. (…)
Denn eine Kultur, die während Tausenden von Jahren im Einklang mit der Natur gelebt hat, kann nicht primitiv sein. Und Kultur, die in arktischer Landschaft fähig ist zu leben, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, ist das nicht geniale, große Kultur?
Wir haben dieses Land genutzt zum Wohl unseres Landes und haben auch versucht, ihm selbst nützlich zu sein. (…) So sind all diese Berge zu unserem Heim geworden. (…)
In samischer Kultur war seit jeher jedes Ding mit dem Leben verbunden, war Teil der lebendigen Natur, ein Teil des eigenen Lebens in der Natur. (…) Niemand kann Land besitzen – es ist die Natur, die über die Menschen bestimmt –, oder dann: Rentiere zu hüten ist nicht Arbeit. Rentiere zu hüten war ein Teil des Lebens, ein Teil Natur – nicht Arbeit. Und obgleich Rentiere zu hüten tatsächlich physisch extrem streng sein konnte, es war noch immer nicht ›Arbeit‹.«
aus:Valkeapää 1991a & 1991b.

Zusammenfassung

zum Weiterlesen:

Quellen:

Glossar:

Fußnoten

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